Weibliche Ejakulation – Squirting

Geschrieben von erospa am 18. März 2010 unter Wissenswertes | Den ersten Kommentar schreiben

In der Filmbranche für Erwachsene sehr gefragt, unter Frauen umstritten und für Betroffene manchmal ein Schock. Die Rede ist von Squirting, von der weiblichen Ejakulation, die in einschlägigen Filmen oft als deutliches Spritzen dargestellt wird. In der Tat ist die weibliche Ejakulation mehr als ein Mythos, die Mediziner sind sich mittlerweile einig, dass es die weibliche Ejakulation tatsächlich gibt. Allerdings spritzt eine Frau beim Orgasmus nicht zwangsläufig, für gewöhnlich ist es nur eine extreme Nässebildung, die man nach dem Verkehr bemerkt – oder auch nicht.

Schock: Blasenschwäche – oder was sonst?

Eine weibliche Ejakulation tritt üblicherweise spontan auf, manche Frauen kommen nur einmal in ihrem Leben in den Genuss einer weiblichen Ejakulation, andere gelegentlich oder regelmäßig. Meist erleben sie im Falle dessen einen sehr intensiven Orgasmus und im Anschluss ist ein nasser Fleck im Bett, auch wenn ein Kondom verwendet wurde. Einige Frauen befürchten dann, dass sie während des Sexes uriniert hätten und sind geschockt über die vermeintliche Blasenschwäche. Dabei handelt es sich oftmals um eine weibliche Ejakulation. Zumal auch etwas Urin beim Sex nichts Ungewöhnliches oder Peinliches wäre. Sex ist mit Körperflüssigkeiten verschiedener Art verbunden, ohne dass man sich deswegen schämen müsste, mal so am Rande bemerkt.

Squirting und der G-Punkt

Nur jede dritte Frau soll laut Medizinern und Forschern in ihrem Leben einmal oder auch öfter ejakuliert haben, eine amerikanische Studie will von jeder zweiten Frau sprechen. Genaue, aussagekräftige Daten hierzu gibt es leider nicht. Eine weibliche Ejakulation kann normalerweise von einer Frau nicht herbeigeführt werden, sondern sie tritt auf, wenn der Sex besonders tiefgehend und gefühlsintensiv ausfällt. Zudem wird die weibliche Ejakulation mit dem G-Punkt in Verbindung gebracht. Die Ejakulation bei einer Frau soll demnach eher auftreten, wenn der G-Punkt stimuliert wird. Von Squirting-Erlebnissen wird daher auch bei intensiven Yoni-Massagen berichtet, die den G-Punkt unter anderem stark im Blickfeld haben. Der Zusammenhang erklärt sich mit der Verbindung des G-Punkt-Gewebes und der Drüsen, die das weibliche Ejakulat bilden.

Die Flüssigkeit, also das weibliche Ejakulat, ähnelt dem Sekret, dass die männliche Prostata ausscheidet und ist wässrig, wird aber auch in seltensten Fällen als milchig beschrieben. Sie tritt aus den Paraurethraldrüsen aus, die auch Skene-Drüsen genannt werden, die wiederum gemeinläufig unter Medizinern als weibliche Prostata bezeichnet werden. Konkret spritzt oder läuft das weibliche Ejakulat aus winzigen Drüsenausgängen heraus, die in der Nähe der Harnröhre zu finden sind.

Lustvolles Zerfließen

Frauen, die ein Squirting-Erlebnis hatten, berichten von einem sehr lustvollen Höhepunkt, bei dem sie körperlich wie geistig zerflossen sind, sie hatten sozusagen ein Körper und Geist erfassendes Sexualerlebnis. Zwar scheint es wie erwähnt einen Zusammenhang zwischen G-Punkt-Stimulation und Squirting zu geben, allerdings ist dies nicht zwangsläufig notwendig. Auch beim Oralsex mit intensiver Stimulation der Klitoris oder bei der Selbstbefriedigung, grundsätzlich bei jeder sehr lustbetonten, sexuellen Aktivität kann sich eine weibliche Ejakulation einstellen. Die Beschreibung des lustvollen Zerfließens scheint in jeder Hinsicht voll und ganz zutreffend zu sein, denn die begeisterten Stimmen, die vom weiblichen Squirten erzählen, sind sich einig: sie hatten selten einen besseren Orgasmus verspürt.

Darstellung und Realität

In der Erwachsenenfilmbranche, also in Pornos, wird Squirting gerne dargestellt, weil anscheinend viele Männer die weibliche Ejakulation als besonders erregend und erotisch empfinden. Die Darstellerinnen squirten (spritzen) nicht selten eine unglaubliche Menge an Flüssigkeit. Es sei allerdings versichert, dass in vielen Fällen, vor allem wenn viel Ejakulat zu spritzen scheint, in die Trickkiste gegriffen wird. Mit speziellen Plastikflaschen und anderen Methoden wird der Eindruck erweckt, dass einiges an Flüssigkeit beim Orgasmus der Darstellerin spritzt. Tatsächlich bewegt sich die Menge bei einer echten, weiblichen Ejakulation zwischen zwei bis fünf Teelöffeln. Zwar kann auch in der Realität die Flüssigkeit spritzen, meist jedoch läuft beziehungsweise fließt das Ejakulat nur aus den oben erwähnten Drüsen. Abgesehen davon sind äußerst wenige Frauen in der Lage, bewusst einen Squirting-Orgasmus herbeizuführen, was auch eine echte, weibliche Ejakulation beim Porno-Dreh erschweren sollte.

Ist Squirting erlernbar?

Aufgrund der wenigen Forschungen und Studien kann diese Frage nicht eindeutig beantwortet werden. Außerdem sollte frau es sich nicht zum Ziel setzen, eine weibliche Ejakulation zu bekommen, nur weil in Verbindung damit von großer Lust gesprochen wird. Vielmehr sollte das allgemeine Empfinden der Lust mit einer größeren Offenheit und Spielfreude mit der Sexualität und seinen Facetten angestrebt werden. Hilfreich ist es, sich besser kennenzulernen, bewusst die verschiedenen Phasen von der ersten Erregung bis zum Orgasmus und dem Abklingen danach zu erleben. Bei der Selbstbefriedigung ist dies gut möglich. Außerdem ist eine gute, starke Beckenbodenmuskulatur meist ein Verstärker des Lustempfindens und damit des Orgasmus der Frau. Nicht zu vergessen ist, dass man seinem Sexualpartner immer offen zeigen und sagen sollte, was einem gefällt. Experimentierfreude erweitert den Horizont des erotischen Erlebens, der Sinnlichkeit, die sogar unter Umständen eine Beziehung vertiefen kann. Sollte sich in diesem Zuge ein Squirting-Erlebnis einstellen, darf man sich freuen – falls nicht, ist es auch okay, denn die weibliche Ejakulation ist auf keinen Fall ein Maßstab der Lustintensität.

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