Karneval und Liebe

Geschrieben von erospa am 4. Februar 2010 unter Erotische Geschichten | Den ersten Kommentar schreiben

Seufzend stieg Anja in ihr Kostüm. Sie ging als Clown auf eine Karnevalsparty, weil es ihr völlig egal war, als was sie sich verkleidete. Anja konnte Karneval nicht sonderlich leiden. Zwar verstand sie auch diejenigen, die gerne die Fastnacht feierten und den Reiz, als eine andere Person sozusagen aufzutreten, aber das war nichts für sie. Wäre es nach ihr gegangen, hätte man leicht auf die aufgesetzte Fröhlichkeit verzichten können, denn für sie war Fasching, wie man es in ihrer ursprünglichen Heimat nannte, kein Anlass besonders lustig zu sein. Das konnte sie auch zu allen anderen Zeiten des Jahres, nicht ausschließlich oder vor allem in der fünften, närrischen Jahreszeit. Dennoch machte sie ausnahmsweise diesen Zinnober mit, jedoch nur, weil sie sich von ihrer Freundin Antonia überreden hatte lassen.

„Du wirst vielleicht einen jungen, attraktiven Mann kennenlernen und bald nicht mehr Single sein! Wenn du hier rumsitzt und Trübsal bläst, hast du keine Chance, Süße.“, waren Antonias Worte. Eigentlich war es nur ein Bruchteil dessen, was sie tatsächlich zu Anja sagte, um sie zu überreden, was am Ende glückte. Entnervt versprach Anja, sie auf eine der Partys zu begleiten, eigentlich nur, damit sie endlich Ruhe gab. Nun war es soweit und sie fühlte sich albern als sie ihr Spiegelbild zum Clown geschminkt mit rot bemalter Nase und allem drum und dran betrachtete. Seufzend steckte sie Geld und ihren Hausschlüssel ein und als wenn Antonia geahnt hätte, dass sie fertig war, läutete es auch schon und hupte sie vor der Tür.

Anja lief zu Antonia, die in einem Elfenkostüm aufwartete und sie gaben sich Küsschen. Antonia schalt ihre Freundin für ihren missmutigen Gesichtsausdruck, aber Anja ließ sich nicht darauf ein und sie war froh, als die Fahrt vorüber war. Auf der Party angekommen, waren die ersten Minuten von erstaunte Ah und Oh und Begrüßungen begleitet, die Anja in bessere Stimmung versetzten. Je älter der Tag jedoch wurde, desto übellauniger war sie wieder. Als traurig um sich blickender Clown hatte sie sich eine ruhige Ecke ausgesucht, beobachtete die feuchtfröhliche Bande in ihren Kostümen und nuckelte selbst nur an einem nicht alkoholischen Getränk. Sie mochte es nicht, wenn viele Menschen auf einem Fleck zu viel Alkohol bei viel zu lauter und schlechter Musik tranken.

Jedoch war sie nicht die einzige, die dem Treiben wenig abgewinnen konnte. Genau dieser Mensch wurde auf Anja aufmerksam und setzte sich zu ihr in einem ziemlich abgedroschenen Piraten-Outfit. „Hi!“, rief er ihr zu, um die Musik zu übertönen. „Wollen wir eine Runde rausgehen?“ Anja schaute in seine Augen, sah sein freundliches Lächeln und nickte. Zusammen flüchteten sie in die eisige Luft und genossen es, der lauten Musik entkommen zu sein, die in ihren Ohren noch nachhallte. „Eine gute Idee rauszugehen. Ist ja nicht zu ertragen.“, sagte Anja und schlang ihre Arme um ihren Oberkörper. „Jepp.“, sagte ihr überraschender Begleiter. „Ich bin Thilo.“ Anja stellte sich ihm ebenfalls vor. „Du siehst genauso wenig begeistert aus wie ich.“, stellte sie zudem fest. Thilo, der eine gewisse Anziehung auf sie ausübte, musste ihr zustimmen. Beide waren sie nur aus Gefälligkeit auf die Karnevalsparty gegangen und langweilten sich.

Allerdings war die Langeweile durch ihr Aufeinandertreffen verschwunden und Anja fragte sich insgeheim, ob Antonio mit ihrer Ankündigung Recht behalten sollte. Falls sich Thilo nicht noch als Unsympath herausstellen sollte, so wäre sie nicht abgeneigt, ihn näher, sehr nahe kennenzulernen, wenigstens für einen erotischen Abend. Sex hatte Anja schon lange entbehrt und sie musste sich eingestehen, dass der Gedanke, sich mit Thilo nackt im Bett zu wälzen, sehr anregend und einladend war. Als Thilo ihr vorschlug zu ihm in seine WG zu fahren und die Nacht auf angenehme Weise zu beenden, war Anja sofort klar, dass sie dieses Angebot nicht ausschlagen würde. „Naja… warum eigentlich nicht? Wegen mir kann es losgehen.“, grinste sie.

Die WG war nicht weit entfernt und Thilos Zimmer gemütlich eingerichtet. Er borgte ihr ein T-Shirt und eine Jogginghose, damit sie sich aus ihrem Clownskostüm pellen konnte, auch die Schminke verschwand aus ihrem Gesicht. Thilo entpuppte sich auch ohne Piratenverkleidung als schmucken Burschen. Ein langer Blick, in den die beiden versanken, verjagte die letzten Zweifel zwischen ihnen und sie küssten sich. Ein blühendes Prickeln entfaltete sich zwischen ihnen, die Hände gingen auf erotische Wanderschaft und Anja seufzte wohlig erinnert auf, als Thilo ihre Brüste streichelte und ihre zarten Knospen liebkoste. Seine heiße Männlichkeit war ein harter Dorn geworden, dem sich Anja widmen wollte. Raschelnd zogen sie sich gegenseitig aus und kuschelten sich eng aneinander, sich küssend und erforschend.

Anja begehrte Thilo unbändig, sie fühlte sich in einem ekstatischen Rausch gefangen, als er ihre feuchte Muschel erforschte und die Perle der Lust herzte. Sie hatte längst sein Schwert umschlungen, spürte es pochen und drängen. Bereitwillig wollte Anja sich ihm öffnen, ihn aufsaugen, ihn besitzen und sich an ihm erregen. Mit selbstbewussten Handgriffen drückte sie Thilo nieder, mit athletischer Ästhetik stieg sie über ihn, ließ ihr langes Haar herabfallen und bot ihm die Möglichkeit, ihre Brüste zu umfassen und zu küssen. Doch dann war sie das Gefäß, das seine Leidenschaft mit rhythmischen Bewegungen einfing. Ihre Körper wogten auf einer erregenden Welle, sie waren Eins. Die Steigerung des Augenblicks verlief gleichmäßig, ihr Begehren gipfelte und fest umklammert, die Welt aus ihrem Denken ausgeschlossen, kamen sie zum Höhepunkt ihres Zusammenseins.

Zurückgekehrt in die Realität, blinzelten sie sich verwundert an, bis sie über ihre gemeinsame, eben erlebte Gier leise lachen mussten, bis sie sich küssten. Die nächsten Stunden unterhielten sie sich, nackt lagen sie einander in den Armen und stellten fest, dass sie nicht nur in erotischer Weise harmonierten. Dieses Wissen und aufkeimende Verliebtheit brachten sie einander wieder nahe und eine weitere Rundfahrt im Reich der Erregung machte sie glücklich und ließ sie erschöpft wie auch müde einschlafen, einer gemeinsamen Zukunft entgegen.

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