Schneegestöber

Geschrieben von erospa am 13. Januar 2010 unter Erotische Geschichten | Den ersten Kommentar schreiben

Seit Tagen hatte es immer wieder geschneit, die Kälte klirrte und knackte, wenn man sich auf die rutschige, eingeschneite Straße traute – oder trauen musste, so wie es Sybille erging. Der Winter war mit einer Härte eingekehrt, die sie allmorgendlich, wenn sie dick eingehüllt in einen festen Mantel mit Schal, Mütze und mit Handschuhen und Winterstiefeln bewährt spotten ließ: „Klimaerwärmung, dass ich nicht lache!“ Mit jedem Atemzug durch die Nase fühlte Sybille auf ihrem Arbeitsweg die Atemluft gefrieren und wieder auftauen. Ihre Laune war nicht die beste. Einzig die weiße Umgebung konnte sie etwas gnädig stimmen, die mit einer dicken Schneeschicht überzogenen Bäume und Sträucher im Park und die Spuren der Kinder, die sich nach der Schule mit ihren Schlitten am Rodelhügel der Parkanlage austobten.

Bis sie auf der Arbeit war, froren Sybilles Füße zu Eisklumpen und sie fröstelte innerlich. Erst der zweite Kaffee und ein heißer Tee brachten sie endgültig auf Betriebstemperatur. So ging es die ganze Woche schon. Nur eines ließ sie an jenem Donnerstag wahrlich lächeln. Als sie am Morgen durch den Park gestapft war, sah sie wie stetig um diese Zeit einen Kerl, der sie wie so oft zuvor anlächelte. Sie lächelte jedesmal zurück. Normalerweise sagte keiner von ihnen etwas, doch dieses Mal war es anders. Er kam auf sie zu und sie standen sich gegenüber. „Herrlich das Wetter, nicht wahr?“, sagte er strahlend. Sie rümpfte die Nase. „Was findest Du daran herrlich? Dass die Zehen blau werden vor Kälte?“, erwiderte Sybille aufgeräumt. Trotz ihrer fast abweisenden Antwort lächelte er breit. Sybille sah seine langen Wimpern, die ihm einen sanften Gesichtsausdruck verliehen. Das passte zu seiner Art.

„Es ist herrlich, weil ich mich an früher erinnere – an Schneeballschlachten, Schneemänner und Schlittenfahrten. Und es ist eine hellere Welt mit Schnee, als wenn alles grau in grau dahinsiecht. Kommt mit, ich zeig Dir etwas!“ Er griff sie an der Hand und zog sie mit sich, etwas widerwillig, aber dann doch mit Spaß, erklomm Sybille mit dem Fremden den Schlittenhügel und blickte auf einen riesigen Schneemann. Doch sie stellte etwas fest. „Das ist kein Schneemann, das ist eine Schneefrau!“, sie lachte herzlich und er fiel mit ein. Kinder hatten dem Gebilde aus riesigen Schneebällen und Ästen als Armen zwei große, eisige Brüste verpasst. Das Eis war gebrochen. Als sich Sybille beruhigt hatte, stellte sich ihr Gegenüber vor. „Ich bin Gustav und ich würde mich heute gerne mit dir treffen.“

Sybille konnte und wollte nicht nein sagen, sie war innerlich aufgetaut und sogar ihre Füße spürten die Wärme, die sich wegen Gustav in ihr ausbreitete. Deshalb freute sich Sybille auf den Feierabend, auf das Treffen und selbst die dick herabfallenden Schneeflocken sah sie im positiven Licht, als sie den Bürokomplex verließ und auf den Park zusteuerte. Schon von weitem erkannte sie ihn, er winkte und kam auf sie zu. Sybille guckte zweimal hin, bis sie sich sicher war, was er hinter sich herzog. Einen Schlitten! Gustav begrüßte sie mit einem Küsschen auf die Wange, ihr Herz fing zu rasen an, in ihrem Bauch flirrte und klirrte es, als er sie wie am Morgen den Rodelhügel hinaufführte. Nur rasten sie bald zwischen lauten, tobenden Kindern den Hügel auf dem Holzschlitten hinab und sie fühlte sich sicher in Gustavs Armen, die sie hielten. Sie kreischte und spürte eine Freude wie lange nicht mehr.

Noch einige Fahrten folgten, beäugt von Halbwüchsigen und jüngeren Kids, die sich amüsierten. Ein elfjähriges Mädchen flüsterte ihrer besten Freundin zu. „Schau mal, die sind voll verknallt! Wie peinlich!“ Doch dies alles bemerkte Sybille nicht und Gustav war es egal. Nach der x-ten Fahrt ließ sich Sybille vom Schlitten in den Schnee fallen und sie prustete, Gustav landete neben ihr und beugte sich atemlos über sie. Der tiefe Blick, den sie sich gegenseitig schenkten, ließ nur eines zu: einen langen, intensiven Kuss. Sybille schloss die Augen, sie fühlte seine Lippen, die trotz der Kälte warm und weich waren. Sie öffnete leicht ihren Mund, ihre Zungenspitze suchte nach der seinen und sie verging im unendlichen Tanz. Erst als das Kichern der Kids in ihre Gehirne vordrang, realisierten Gustav und Sybille, dass sie umringt von jungen Schlittenfahrern im eiskalten Schnee lagen und knutschten.

Gustav rappelte sich auf und half Sybille auf die Beine, er nahm den Schlitten und ohne dass sie darüber nachdachte, begleitete sie ihn. Sie war voller Gefühle und Empfindungen, sie hatte Sehnsucht nach Berührungen von ihm, nach seinen zärtlichen Küssen. Es konnte ihnen nicht schnell genug gehen, sich aus den vielen Schichten von Winterbekleidung gegenseitig in seiner Wohnung zu befreien. Doch gelang es ihnen und Gustav führte sie auf sein Bett, er küsste ihren Mund, ihre festen Knospen, streichelte die Wölbungen. Seine Erregung zeigte sich hart und pochend, um die sich Sybille mit Freude und warmer Hand kümmerte, bis sein Beben auf ihren Körper über ging. Sachte nahm er ihre Hände von seinem Körper, küsste bald ihren Bauchnabel und das Geheimnis darunter. Sybilles Perle schwoll an, ihre Leidenschaft manifestierte sich als feuchte Heftigkeit, die danach verlangte, Gustav innig und versunken zu verspüren.

Fordernd zog sie ihn zu sich heran, Sybille küsste Gustav ruhig und doch auf gewisse Weise wild. Ihre Hüften saßen bald fest in seinem Sattel, ihre lockende Verheißung nahm sich seiner pochenden Lust an und sog sie tief in sich ein. Ein liebestoller Rhythmus ergriff beide, sie streichelten sich mit neugierigen Händen, küssten sich. Seufzten sie noch in einem Augenblick, wurden sie doch im nächsten von heißblütiger Leidenschaft erfasst. Sie raubte ihnen den Atem. Ihre Zentren verschmolzen endgültig zu einem, das Pochen war auf beiden Seiten zu spüren und steigerte sich zu einem von Stöhnen begleiteten, völlig aufgewiegelten Höhepunkt, der sie Sekunden lang zum Zittern brachte, bis sie sich langsam und stetig entspannten. Eben noch in Ekstase vereinigt, lösten sie sich, doch nur körperlich. Ihre Seelen hatten sich gefunden, diese hatten sich durch die tiefschwarzen Pupillen der Verliebten erkannt. Im Schneegestöber fand Sybille ihren Seelenverwandten und eine Liebe, die tiefer ging als sibirische Kälte, die den Anfang zwischen Gustav und ihr eingeleitet hatte. Aneinander gekuschelt und erneut aufgekeimter, befriedigter Lust trotzten sie der Nacht und am nächsten Tag der Kälte, die Sybille nun viel freundlicher erschien als die eisig verschneiten Tage zuvor.

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