Unerwartete Liebe

Geschrieben von erospa am 5. November 2009 unter Erotische Geschichten | Den ersten Kommentar schreiben

PaarAriane schob ihren voll bepackten Einkaufswagen aus dem Supermarkt über den Parkplatz zu ihrem quietsch-grünen Kleinwagen. Es war wieder Freitag, der Tag, an dem sie den verhassten Großeinkauf hinter sich brachte, der wenigstens bis Dienstag ausreichen musste. Ariane war Mutter von zwei Kindern, die beide in der Pubertät steckten und ihr die Haare vom Kopf fraßen. Seit ihrer Scheidung kümmerte sie sich alleine um die vierzehn und sechzehn Jahre alten Söhne, die ihr nicht nur, aber meistens Freude verschafften. Ihre Scheidung lag einige Jahre zurück und sie hatte lange gebraucht, bis sie es verwunden hatte, wegen einer anderen Frau aus heiterem Himmel, wie es ihr schien, verlassen worden zu sein. Sie war allerdings froh, dass Maximilian ihr sofort reinen Wein einschenkte und sie nicht über Monate betrogen hatte, wie es ihrer Freundin ergangen war.

Als Ariane den Einkauf in den Kofferraum gepackt hatte, schob sie den Einkaufswagen mit schnellen Schritten zurück. In Gedanken war sie bereits zu Hause und sie überlegte, was noch alles zu tun war, als sie beinahe jemanden umfuhr. Erschrocken murmelte sie eine Entschuldigung, bevor sie aufblickte und sich einem Mann gegenüber sah, der sie freundlich anlächelte. „Ist schon gut, aber passen Sie auf, dass Sie nicht doch noch jemandem die Beine platt fahren!“, sagte er und wartete, bis sie den Wagen in die Schlange geschoben und den Euro herausgeholt hatte. Ariane flüchtete, bevor sie einen weiteren, dämlichen Spruch kassieren würde und beeilte sich, nach Hause zu kommen.

Während der Fahrt allerdings hatte sie den Kerl nochmal im Geiste vor sich. Ariane ärgerte sich, dass sie nur rot angelaufen und peinlich berührt abgehauen war, anstatt einen lustigen Spruch über die Lippen gebracht zu haben. Doch kurz drauf ärgerte sie sich einfach nur über den ungezogenen Kerl, er hätte schließlich ebenso aufpassen können, aber nein, lieber gab er ihr die Schuld, auch noch mit einem dümmlichen Spruch im Anhang. Typisch für Männer eben. Ariane neigte seit der Scheidung dazu, sich solche Bagatellen zu Herzen zu nehmen.

Tage später hatte sie den kleinen Vorfall vergessen. Ariane ahnte nicht, dass Bastian, dem sie in die Hacken gefahren war, mindestens so unsicher war wie sie und sich selbst über seinen gesagten Satz ohne Ende ärgerte. Bastian war seit Jahren alleinstehend und hatte mit dem Thema Frauen eigentlich abgeschlossen. Das glaubte er zumindest, bis er Ariane auf dem Supermarktparkplatz gesehen hatte. Sie ließ sein Herz im Nu höher schlagen, für ihn war sie eine faszinierende Frau, wunderschön mit Ebenholz farbenem Haar und blassem Teint. Stets hielt er Ausschau, wenn er einkaufen war und wurde lange enttäuscht. Erst Wochen später waren Ariane und er zur gleichen Zeit einkaufen und seine Hoffnung erfüllte sich. Bastian hatte ihr auffällig grünes Auto sofort erkannt, Bastian wartete draußen und passte Ariane ab. Er musste sie dringend ansprechen, ehe er erneut Wochen nach ihr gucken würde.

Als Ariane sichtlich gestresst den Ausgang passierte, fasste Bastian den Mut und sprach sie an. Ariane erschrak, zuckte zusammen und stolperte Rückwärts gegen einen Passanten, der heftig fluchte und mit der Hand fuchtelnd weiter ging. Ariane murmelte mal wieder eine Entschuldigung, ehe sie Bastian anblickte – und ihn erkannte. „Was wollen Sie denn schon wieder? Mich mit Absicht in peinliche Situationen bringen?“, zischte Ariane in aufkeimender Wut. Doch als sie seinen Gesichtsausdruck sah, der sehr betreten wirkte, tat es ihr leid, aus der Haut gefahren zu sein. Ruhiger fragte sie nach, was er denn nun wirklich von ihr wolle. „Ich möchte Sie gewiss nicht in peinliche Situationen bringen, im Gegenteil. Ich…“, unterbrach er sich kurz, um bestimmt fortzufahren. „Ich finde Sie sehr, sehr attraktiv und ich wollte Sie bei mir zum Essen einladen. Ich koche wirklich gut!“

Ariane schaute ihn nun genauer an. Seine freundlichen Augen, seine angenehme Stimme, die gepflegten Hände, sie fand, dass er auf den zweiten Blick sehr ansprechend wirkte. Sie sagte seiner Einladung zu, allerdings mit der Bedingung, dass er sie besuchen müsse. Bastian war sehr erleichtert, als er dies hörte und sie tauschten Adressen sowie Handynummern. An diesem Tag fuhren zwei Menschen mit extremem Liebeskribbeln in der Magengegend vom Einkaufen nach Hause und Ariane konnte nicht verstehen, wie sie sich so sehr neulich über ihn hatte ärgern können.

Schon am nächsten Tag stellte Bastian unter den kritischen Blicken von Arianes Söhnen seine Kochkünste unter Beweis, die von ihnen und auch von Ariane als positiv befunden wurden, ebenso wie er als Mann. Taktvoll gingen die Jungs nach der Mahlzeit ihre eigenen Weg und besuchten Freunde. Sie sahen, dass ihre Mutter verliebt war und freuten sich, dass sie glücklich wirkte. Als Bastian mit Ariane alleine war, wussten sie nichts zueinander zu sagen. Bastian ergriff bald schüchtern ihre Hand, es waren heftige Ausbrüche der Gefühle, als sich ihre Finger berührten. Der Kuss, der der zarten Annäherung folgte, steigerte diese Empfindungen und weckte zudem die Lust, die bei beiden seit geraumer Zeit gelauert hatte und mit voller Wucht angriff, sie in das weiche Bett jagte.

Die warmen Körper erkundeten sich, Hände auf nackter Haut, sie fühlten sich an wie Feuer. Die Leidenschaft war die glühende Kohle, die Liebe das anfachende Lüftchen, dass eine wahre Feuersbrunst auslöste, ein Feuerwerk. Sie küssten sich immer und immer wieder, der schnelle Atem ließ Arianes nackten Brüste auf und nieder gehen. Seine Lenden zuckten, als sie sich auf ihn drängte, sich mit ihm vereinigend, ihn aufsaugend. Der Rhythmus der Wollust hatte sie fest im Griff, ließ sie einen intimen Tanz vollführen, den nur die Liebenden kennen, der die Sinnlichkeit verstärkt und nicht mehr loslässt. Das pompöse Finale, eine Eruption der erotischen, körperlichen Liebe mit dem so wichtigen Sahnehäubchen aus geistiger Zuneigung, ließen Ariane und Bastian verschwitzt, aber zufrieden und mit tiefen Gefühlen zurück, die noch viel Potenzial hatten, um noch inniger zu werden. „Ich liebe Dich und begehre Dich unendlich…“, flüsterte Bastian Ariane zu und knabberte an ihrem Ohrläppchen. Sie kicherte, ehe sie die Augen schloss und nur noch genoss, fühlte und Bastian das zurückgab, was sie von ihm bekam. Viele Jahre rief der besagte Parkplatz gute Erinnerungen hervor, jedesmal wenn das Paar ihn betrat.

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