Swinger – Alles kann, nichts muss

Geschrieben von erospa am 27. Juli 2009 unter Wissenswertes | Den ersten Kommentar schreiben

Mittlerweile gibt sich die Öffentlichkeit der Sexualität und ihren Erscheinungsformen gegenüber sehr tolerant, doch die wenigsten der Swinger bekennen sich freimütig zu ihrem Hobby beziehungsweise zu dieser Leidenschaft. Häufig wird die Swingerszene als unmoralische Ferkelei abgestempelt, darum geht man bei Nachbarn, Verwandten und Freunden mit dieser Tatsache nicht unbedingt hausieren. Doch was sind Swinger eigentlich und wer bewegt sich in dieser Szene? Handelt es sich wirklich um eine „Ferkelei“?

Swinger sind überwiegend Pärchen, die schon eine gewisse Zeit zusammen leben und sich sehr genau kennen. Die gemeinsame Neugier auf einen erweiterten, erotischen Horizont hat sie vielleicht dazu animiert, sich der Swingerszene anzuschließen, oder auch Neigungen wie Voyeurismus oder exhibitionistische Züge. Das wichtigste für ein Swingerpaar ist jedoch immer großes Vertrauen und keine Eifersucht. Aus welcher gesellschaftlichen Schicht Swinger stammen, kann nicht eindeutig beschrieben werden. Arbeiter und Studenten sind dort ebenso vertreten wie Akademiker. In der Regel sind es allerdings Menschen, die einem Beruf nachgehen, lange ein Paar sind, eventuell Kinder besitzen. Natürlich gibt es auch Swinger, die alleinstehend sind, aber ähnlich fest im Leben stehen und einen gewissen Bildungsstand haben. Das Alter von Swingern bewegt sich zwischen 18 und 80 Jahren, wobei ein mittleres Alter bei normalen Swingerveranstaltungen überwiegt. Aus diesen Tatsachen ist ersichtlich, dass bei Swingern ein niveauvolles, wenn auch tabuloses Miteinander gepflegt wird.

Swinger treffen sich häufig in Swingerclubs oder Swingertreffs, auch private Swingerpartys werden veranstaltet. Dort trifft man andere Swinger, mit denen man sich sexuell austauschen kann, es findet also prickelnder Partnertausch statt, gegebenenfalls auch Gruppensex. Manche Paare wollen nur anderen zusehen und sind ausschließlich miteinander sexuell aktiv, andere möchten beim Sex gesehen werden. Bisexuelle Kontakte, insbesondere bei Frauen, sind ebenfalls vertreten. Die wichtigste Regel bei all der Toleranz und zudem das Motto der Swinger ist „Alles kann, nichts muss“. Kein Swinger hat bei einem Swingertreffen das Recht auf Sex. Wenn eine Person oder ein Paar ablehnt, ist dies absolut zu akzeptieren. Außerdem findet in Swingerclubs nur Safer Sex statt.

Gute Swingerclubs sind besonders zu Swinger-Neulingen sehr freundlich und hilfsbereit. So handhabt es beispielsweise der Swingerclub „Maihof“, der bereits seit 1979 existiert. Hier erhalten Neulinge eine Führung durch den Club und werden liebevoll in die Swinger-Begebenheiten eingeführt. Swingerclubs wie der Berliner Club „Zügellos“ oder das „Paradiso“ in Bayern, aber gemeinhin Swingerclubs besitzen verschiedene Erlebnisbereiche und halten Themenabende und Veranstaltungen ab. Liebeswiesen, orientalische Räume, Sauna und vieles mehr erwarten Swinger im Swingerclub ebenso wie Bars, Diskotheken und ähnliches. Die Ausstattung variiert von Club zu Club. Hygiene und Sauberkeit sowie die ständige Verfügbarkeit von Kondomen und sauberen Handtüchern sind in Swingerclubs selbstverständlich, damit der Besuch im Swingerclub zu einem ungezwungenen, prickelnden Erlebnis voller Erotik wird.

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